Der Wertverlust eines PKW
Wenn man sich über die Kosten eines PKW informiert, dann sind dabei natürlich nicht nur die Kosten wir Sprit und Versicherung wichtig, sondern auch der monatliche Wertverlusts. Beim Leasen ist dieser relativ trivial, den in diesem Falle wird er komplett durch die monatliche Rate gedeckt. Nicht so einfach ist es aber bei einem gekauften PKW, denn hier kann nicht von einem linearen Wertverlust ausgegangen werden. Dies gilt natürlich nicht, wenn der PKW bis zum Ende seiner Laufleistung gefahren werden soll, denn in dem Fall lässt sich der Wertverlust wieder linear ansetzen. Wenn das Auto aber nach einer Haltezeit von drei oder vier Jahren veräußert werden, dann ist es natürlich spannend den Wertverlust bereits vorher, zumindest grob, abschätzen zu können. Im folgenden Text fassen wir die wichtigsten Themen rund um das Thema Wertverlust beim PKW zusammen, um Ihnen einen umfangreichen Überblick über das Thema geben zu können.

Wann ist der Wertverlust am höchsten?
Am höchsten ist der Wertverlust natürlich bei einem Neuwagen. Denn man sagt ja nicht umsonst, dass die Fahrt vom Hof des Händlers die teuerste überhaupt ist. Dabei kann ein Auto alleine durch die Zulassung einen Wertverlust in Höhe von rund 5-10% erleiden. Dabei muss selbstverständlich auch berücksichtigt werden, dass der Neuwagen ganz nach den eigenen Wünschen zusammengestellt wurde und deswegen einen besonders hohen Wert für den Käufer besitzt. Für den Käufer des gebrauchten Fahrzeugs ist dieser Wert bereits deutlich geringer, denn er kauft kein individuell auf ihn zugeschnittenes Fahrzeug. Deshalb wird er einiges an Ausstattung mitkaufen müssen, was er gar nicht haben möchte und gleichzeitig auf Merkmale verzichten, die er gerne haben würde. Deshalb ist gerade für ein junges gebrauchtes Fahrzeug ein hoher Wertverlust einzuplanen, da potentielle Käufer natürlich einen Rabatt dafür haben wollen, dass das Fahrzeug bereits einen Vorbesitzer hat und nicht nach ihren Wünschen konfiguriert wurde.

Wann ist der Wertverlust am geringsten?
Der geringste Wertverlust tritt natürlich bei einem relativ alten Fahrzeug auf, denn in der Preisklasse unterhalb von 1000€ geht es eigentlich nur darum, dass das Fahrzeug fahrbereit ist eine keine TÜV relevanten Mängel aufweist. Da aber in diesem Alter oft das Reparaturrisiko deutlich in die Höhe geht und der Wertverlust eines Autos am Ende der Laufzeit natürlich nicht mit dem eines Neuwagens verglichen werden kann, sollten vor allem Fahrzeuge mit einem Alter von 3-7 Jahren betrachtet werden. Denn nachdem ein Neuwagen in den ersten drei Jahren einen Wertverlust von rund 50% aufweist, wird dieser ab dem vierten Jahr deutlich geringer. Dabei geht man in der Regel von einem Wertverlust von rund 10% pro Jahr aus. Das ist aber natürlich nur ein grober Richtwert, denn Ausstattung und Fahrzeugtyp beeinflussen den Wertverlust natürlich am geringsten.

Welche Fahrzeuge haben einen hohen Wertverlust?
Hohe Wertverluste haben vor allem SUV Fahrzeuge und Fahrzeuge mit großen Motoren. Denn auch wenn ein gebrauchter AMG oder Audi RS preislich interessant sein mag, wird er für viele potentielle Gebrauchtkäufer im Unterhalt zu teuer sein. Da der Wertverlust bei solchen Fahrzeugen oft nicht der größte Kostenpunkt ist, werden viele Käufer zu einem Neufahrzeug oder zumindest zu einem sehr jungen gebrauchten greifen. Doch auch Modelle wie der BMW X5, ein Porsche Cayenne oder ein Mercedes ML haben einen sehr hohen Wertverlust, da die Käufer eines in die Jahre gekommenen SUV doch eher schwierig zu finden sind, da auch hier potentielle Reparaturkosten und der monatliche Unterhalt schwerer wiegen, als der eigentliche Kaufpreis des Fahrzeugs.

Welche Fahrzeuge haben einen geringen Wertverlust?
Im Gegensatz zu den Fahrzeugen mit einem besonders hohen Wertverlust gibt es selbstverständlich auch einige Fahrzeuge mit einem besonders niedrigen Wertverlust. Dies sind in der Regel Kombis, mit einem kleinen Dieselmotor. Zum Beispiel ein Ford Focus Turnier, ein Opel Astra oder ein Renault Laguna Kombi. Denn bei diesen Fahrzeugen geht es um den reinen Nutzwert und nicht um eventuell damit verbundene Emotionen. Deshalb ist der Wertverlust bei diesen Fahrzeugen deutlich linearer, als zum bei ihren sportlichen Ablegern mit großen Benzinmotoren. Und auch die Ausstattung wirkt sich natürlich auf den Wertverlust aus, denn ein gut und ein schlecht ausgestatteter Neuwagen des gleichen Modells können schnell einmal um rund 50% voneinander abweichen. Bei Gebrauchtwagen mit identischer Laufleistung ist die Preisdifferenz deutlich geringer. Denn die Sonderausstattung verliert überproportional viel an Wert. Deshalb sollte auf teure Modelle mit viel Sonderausstattung verzichtet werden, wenn das Ziel ein geringer Wertverlust ist.

Wie lässt sich der Wertverlust minimieren?
Minimieren lässt sich der Wertverlust in erster Linie durch den Kauf von gebrauchten Fahrzeugen, denn bei diesen hatte der Neuwagenkäufer bereits den ersten hohen Wertverlust, sodass der Gebrauchtwagenkäufer ein echtes Schnäppchen machen kann. Wenn es trotzdem ein Neuwagen sein soll, dann sollte hier auf auffällige Farben verzichtet werden. Und auch Extras wie teure Felgen werden nicht ansatzweise mit ihrem originalen Preis vergütet. Allgemein sollte darauf verzichtet werden Sonderausstattung zu kaufen, die selbst nicht benötigt wird, nur um den Wagen als späteren gebrauchten attraktiver zu machen. Denn selbst wenn es sich um begehrte Extras wie eine Klimaanlage, Sitzheizung oder ein Sportpaket handelt, wird dieses natürlich nicht ansatzweise mit dem Neupreis vergütet. Deswegen sollte der Wagen zweckdienlich und vor allem preiswert ausgestattet sein, denn beim Gebrauchtwagenkauf sind lediglich der Zustand, die Laufleistung und natürlich der gewählte Motor ein Verkaufskriterium.


Impressum